Richtig investieren
01 Apr. 2021

Richtig Investieren: 5 zeitlose Regeln für Privatanleger

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Nennenswerte Zinsen auf herkömmliche Anlagen wie Tages- oder Festgeld gibt es schon lange nicht mehr. Alternative Anlagen sind gefragt.

Seit Jahrzehnten sinken die Zinsen, die deutsche Sparer für ihr Geld bekommen, mehr oder weniger kontinuierlich. Durch Wirtschaftskrisen wie das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder die Finanzkrise von 2007/2008 wurde dieser Trend noch beschleunigt. Denn um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, wurden die Leitzinsen im Euroraum und vielen anderen Ländern der Welt immer weiter gesenkt. Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen Strafzins für Bankeinlagen eingeführt: Aktuell müssen Geschäftsbanken einen Negativzins von minus 0,5 Prozent zahlen, wenn sie ihr überschüssiges Geld bei der EZB parken wollen.

Auch für Privatanleger kann das zum Problem werden, denn viele Banken reichen den Sparzins inzwischen einfach an ihre Kunden weiter. Bisher sind von diesen Negativzinsen zwar vor allem institutionelle oder sehr vermögende Kunden mit hohen Einlagen betroffen. Doch auch wenn die Bank ihre Kunden erst ab einem sehr hohen Einlagevolumen zur Kasse bittet oder komplett von Negativzinsen absieht, haben Sparer das Nachsehen. Denn auch für sie sind die Zinsen auf ihre Einlagen seit Jahren verschwindend gering und durch die Inflation verliert ihr Geld real an Wert. Die Folge: Das Vermögen schrumpft – auch ohne etwaige Minuszinsen der Bank.

Die Inflation frisst das Vermögen

Selbst bei einer eher niedrigen Inflationsrate werden die Ersparnisse erschreckend schnell entwertet. Ein einfaches Rechenbeispiel macht das deutlich: Legt ein Sparer 50.000 Euro auf seinem Girokonto zurück, so beträgt die Kaufkraft bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent nach einem Jahr noch 49.261 Euro. Nach fünf Jahren sind es bei gleichbleibender Inflation lediglich 46.413 Euro. Und nach zehn Jahren sogar nur noch 43.083 Euro.

Auch Sparbuch, Tagesgeld- und Festgeldkonten stellen keine wirkliche Alternative zum Girokonto dar. Denn auch hier können die Zinsen die Inflationsrate schon lange nicht mehr ausgleichen. Allein für 2019 schätzt die DZ Bank die Zinseinbußen der deutschen Sparer auf rund 55 Milliarden Euro. Kein Wunder: Sind die Deutschen doch dafür bekannt, ihr Geld am liebsten in vermeintlich sichere Anlagen zu stecken. Das Problem an diesen risikolosen Anlagen: Sie bieten schlichtweg keine Aussicht auf positive Erträge mehr. Folglich müssen Anleger auf Alternativen ausweichen, wenn ihr Vermögen nicht weiter verdampfen soll.

5 zeitlose Regeln für die erfolgreiche Geldanlage

Was aber können Sparer tun, um ihr Geld in Zeiten der Niedrig- und Negativzinsen zu schützen? Wir haben die fünf wichtigsten, zeitlosen Regeln zusammengestellt, die jeder Privatanleger bei der Geldanlage beherzigen sollte – ganz gleich für welche Anlageform er sich entscheidet.

Regel 1: Investieren Sie nur in Produkte, die Sie verstehen!


Eine einfache Regel, die trotzdem allzu oft von Anlegern missachtet wird. Dabei kann man die Chancen und Risiken eines Investments nur dann sinnvoll einschätzen, wenn man versteht, wofür das eingesetzte Kapital genutzt wird. Deshalb ist es um so wichtiger, genaue Informationen über Geschäftsmodell und Investitionsprofil des Anbieters einzuholen. So sollte zum Beispiel klar sein, in welche Länder und Assetklassen investiert wird. Wenn man Produkte nicht versteht oder sie einem kompliziert und unplausibel erscheinen, sollte man Vorsicht walten lassen und gegebenenfalls lieber von einer Investition absehen.

Regel 2: Legen Sie nur Geld an, auf das Sie mittel- bis langfristig verzichten können


Dieser Tipp sollte grundsätzlich beachtet werden: sowohl bei geschlossenen Beteiligungen, die typischerweise ohnehin eine Mindestlaufzeit von mehreren Jahren haben, als auch bei Anlageformen mit geringer oder gar keiner Haltefrist wie Aktien oder Aktienfonds. Zwar können Wertpapiere theoretisch täglich verkauft werden. Sinnvoll ist das aber in der Regel nicht. Denn zum einen müssen Anleger beim Kauf von Aktien und Investmentfonds meist einen Ausgabeaufschlag von rund fünf Prozent zahlen, den sie erst einmal wieder „reinholen“ müssen. Zum anderen unterliegt die Börse mitunter starken Kursschwankungen. Das bedeutet: Zwar ist es möglich, dass sich kurzfristig große Gewinne erzielen lassen. Aber auch das Gegenteil kann eintreten und die Kurse können über längere Zeit fallen. Kapital, das in naher Zukunft benötigt wird, sollte deshalb nicht in Wertpapiere investiert werden. Denn es könnte passieren, dass der Anleger das Geld genau dann benötigt, wenn die Kurse gerade niedrig sind. Und dann muss der Anleger mit Verlust verkaufen.

Regel 3: Vermeiden Sie Klumpenrisiken bei der Geldanlage

„Nicht alle Eier in einen Korb legen!“ Das ist eine der wohl bekanntesten Weisheiten, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Gemeint ist damit, dass man sein Vermögen möglichst weit streuen sollte: etwa auf verschiedene Assetklassen, Unternehmen, Branchen, Länder und Währungen. Ohne eine solche Risikostreuung kann das eingesetzte Vermögen schnell in Schieflage geraten. Der Hintergrund: Jede einzelne Anlageform bietet neben spezifischen Chancen auch spezifische Risiken. Wer also sein gesamtes Vermögen auf ein „Pferd“ setzt, kann damit zwar erhebliche Gewinne erzielen, aber auch hohe Verluste einfahren. Wer sein Kapital hingegen auf unterschiedliche Investments verteilt, reduziert das Risiko, weil der mögliche Verlust einer Anlage durch den Gewinn einer anderen ausgeglichen werden kann. Grundsätzlich gilt: Je höher die Diversifikation, desto geringer das Risiko. Fonds können deshalb eine sinnvolle Alternative zu Direktinvestments darstellen, weil das Geld hier von vornherein in verschiedene Anlagen investiert wird.

Regel 4: Prüfen Sie die Leistungsbilanz des Anbieters

Eigentlich ist es selbstverständlich: Wer einen Teil seines Vermögens anlegt, sollte darauf achten, das Geld in gute Hände zu geben. Die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob ein Anbieter von Finanzprodukten die erforderliche Expertise und Erfahrung hat, ist der Blick auf die Leistungsbilanz: Wie lange ist der Anbieter schon am Markt? Welche Produkte hat er bisher aufgelegt? Und wie war die Performance der einzelnen Produkte in der Vergangenheit? Grundsätzlich gilt: Eine überdurchschnittliche Leistungsbilanz über einen langen Zeitraum sind ein sehr gutes Zeichen. Denn wenn der Anbieter mit bestimmten Produkten bislang sehr erfolgreich war, kann ihm zugetraut werden, die gleiche Sorgfalt und Expertise auch bei künftigen Anlagen an den Tag zu legen und dann im besten Fall auch in Zukunft vergleichbare Erfolge zu feiern.

Regel 5: Fokussieren Sie sich auf die reale Rendite

Viele Faktoren führen dazu, dass die reale Rendite für Anleger niedriger ausfällt als auf dem Papier. So können etwa Inflation, Steuern und Gebühren die realen Erträge des Investments schmälern. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um diese Kosten niedrig zu halten. Viele Investitionen in ausländische Sachwerte bieten beispielsweise erhebliche Steuervorteile. Darüber hinaus gibt es auch inflationsgeschützte Investments wie inflationsgebundene Anleihen oder Gewerbeimmobilien mit Wertsicherungsklausel. Bei ihnen ist der Mietpreis indexiert, sodass die Mieteinnahmen analog zur Inflationsrate ansteigen. Auch bei den Gebühren sollten Anleger genau darauf achten, wofür diese erhoben werden. Die Gebührenstrukturen sollten klar und transparent sein und es sollte dafür gesorgt sein, dass die Interessen von Anleger und Anbieter gleichgerichtet sind. Das kann zum Beispiel gewährleistet werden, indem das Management eine erfolgsabhängige Gebühr (eine sogenannte Performance Fee) bekommt, wenn alle Anlageziele erreicht beziehungsweise übertroffen werden.

Fazit

Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite einer Geldanlage ist, desto höher ist auch ihr Risiko. Viele deutsche Sparer wollen deshalb auf Nummer sicher gehen und ihr Geld lieber in Anlagen mit keinem beziehungsweise geringem Risiko parken, etwa auf dem Tages- oder Festgeldkonto. Das Problem: Durch die Inflation wird ihr Vermögen schleichend entwertet. Wer also sein Erspartes sichern und sich zusätzliches Vermögen aufbauen will, kommt um chancenreichere Anlagen nicht herum. Mit den beschriebenen Regeln lässt sich das Risiko zwar nicht vollständig vermeiden, aber es lässt sich minimieren. Und so steigen auch die Chance auf einen langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau.

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