Jamestown News
11 Februar 2026

Investieren, wenn sich Märkte neu ordnen

Europa rückt bei Immobilieninvestitionen wieder stärker in den Fokus. Daniel Siekmann und Steffen Haug erläutern, wie Jamestown die aktuelle Marktphase einordnet und welche Überlegungen bei europäischen Immobilieninvestitionen im Vordergrund stehen.

Daniel Siekamann Leiter Direktvertrieb | Steffan Haug, Leiter Vertriebspartner & Zweitmarkt

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Jamestown ist für viele Anlegerinnen und Anleger eng mit dem US-Immobilienmarkt verbunden. Wie wird der Schritt nach Europa aufgenommen?

Daniel Siekmann: Insgesamt sehr positiv. Viele Anlegerinnen und Anleger begrüßen, dass wir das bewährte Jamestown-Konzept, das wir in den USA über Jahrzehnte erfolgreich umgesetzt haben, nun auch in Europa anwenden. Wichtig ist dabei die Einordnung, dass Jamestown bereits seit 2019 Assetmanagement-Mandate von institutionellen Anlegern übernommen, als Co-Investor in Partnerschaft mit institutionellen Anlegern attraktive Investitionen getätigt und eigene Büros vor Ort aufgebaut hat. Mit diesen Erfahrungen bietet Jamestown Privatanlegerinnen und Privatanlegern erstmals Zugang zu diesen Märkten an.

Natürlich sind die Märkte unterschiedlich, aber die Grundidee – sorgfältige Auswahl, aktives Immobilienmanagement und langfristige Wertschöpfung – funktioniert auch hier. Das Vertrauen in Jamestown ist hoch, sowohl bei Anlegerinnen und Anlegern als auch bei Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartnern.

Steffen Haug: Ich kann das bestätigen. Gerade bei den langjährigen Vertriebspartnern war die Resonanz von Anfang an gut. Dass Jamestown Europa nicht neu denkt, sondern auf eine bewährte und erfolgreiche Investitionsstrategie zurückgreift und zugleich auf einem bestehenden institutionellen Geschäft aufbaut, wird als großer Vorteil wahrgenommen. Es gibt derzeit kaum vergleichbare Angebote, die europäische Immobilieninvestitionen über mehrere Länder hinweg ermöglichen. Viele Fonds konzentrieren sich auf Einzelobjekte oder nur auf Deutschland. Dass Jamestown Europa diversifizierter denkt und gleichzeitig die Erfahrung der vergangenen Jahre und die Expertise der Assetmanagement-Teams vor Ort einbringt, wird als echte Ergänzung wahrgenommen.

Der europäische Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Korrektur erlebt. Wie bewerten Sie diese Phase aus Sicht langfristig orientierter Investoren?

Steffen Haug: Die Entwicklung war grundsätzlich absehbar, auch wenn der genaue Zeitpunkt nicht vorherzusagen war. In den Jahren zuvor sind die Preise deutlich gestiegen, während sich die Finanzierungsbedingungen spürbar verändert haben. Eine dauerhaft niedrige Zinsphase war nicht realistisch, zudem ist der Immobilienmarkt immer wieder von äußeren Einflüssen geprägt – etwa durch wirtschaftliche Abschwünge, strukturelle Veränderungen, Inflation oder geopolitische Ereignisse. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger bietet das aktuelle Marktumfeld wieder mehr Orientierung, da Investitionen auf einer solideren wirtschaftlichen Grundlage bewertet werden können.

Daniel Siekmann: In den Gesprächen merken wir, dass viele Anlegerinnen und Anleger genau das so einordnen. Die große Zurückhaltung der vergangenen Zeit weicht einer differenzierteren Betrachtung. Es geht weniger um kurzfristige Markteinschätzungen und mehr um die Frage, ob ein Investment langfristig tragfähig ist.

Welche Chancen ergeben sich aus dieser Marktkorrektur speziell für geschlossene Fonds, die heute neu investieren?

Daniel Siekmann: Ein geschlossener Fonds investiert heute zu aktuellen Marktpreisen. Er startet nicht mit einem Bestand aus früheren Marktphasen, sondern baut sein Portfolio im jetzigen Umfeld auf. Das ist für viele Anlegerinnen und Anleger ein wichtiger Punkt, gerade im Vergleich zu offenen Immobilienfonds, bei denen sich die Marktkorrektur teilweise noch nicht vollständig in den Bewertungen widerspiegelt.

Steffen Haug: Korrekt, geschlossene Fonds investieren nicht in die Vergangenheit, sondern in den aktuellen Markt. Für uns bedeutet das, dass wir Objekte zu Preisen ankaufen können, die das aktuelle Zins- und Marktumfeld berücksichtigen und attraktive Einstiegsmöglichkeiten aufgrund von guten Ankaufsrenditen ermöglichen. Auf dieser Basis entwickeln wir die Immobilien über die Haltedauer weiter. Ein Teil der Wertentwicklung entsteht also auch aus dem Zusammenspiel von Einstiegspreis und aktivem Management.

Mit dem Europafonds investieren Anlegerinnen und Anleger in ein breit diversifiziertes Portfolio. Warum ist diese europäische Streuung aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Steffen Haug: Europa ist kein homogener Immobilienmarkt. Die einzelnen Länder unterscheiden sich in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, in den Immobilienzyklen und in den sich anpassenden regulatorischen Rahmenbedingungen, was wir als Vorteil wahrnehmen. Diese Unterschiede bewusst zu nutzen, ist ein zentraler Bestandteil unserer Strategie.

Daniel Siekmann: Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das, dass sie nicht von der Entwicklung eines einzelnen Marktes abhängig sind. Die Kombination aus stabileren Märkten wie Deutschland oder den Niederlanden und dynamischeren Märkten wie Spanien oder Portugal wird als stimmiger Ausgleich wahrgenommen.

Oranienburger Straße 4-5

Erstes Objekt des Jamestown Europafonds: Oranienburger Straße 4-5

Jamestown ist für aktives Assetmanagement bekannt. Worin liegt hier aus Ihrer Sicht der entscheidende Unterschied zu einem eher verwaltenden Ansatz?

Steffen Haug: Wenn wir über aktives Assetmanagement sprechen, meinen wir zunächst einmal, dass wir Immobilien nicht als statische Investments betrachten. Ein verwaltender Ansatz sorgt dafür, dass Mieten eingehen, Verträge eingehalten werden und der Betrieb funktioniert. Das ist wichtig, greift aus unserer Sicht aber zu kurz. Wir beschäftigen uns kontinuierlich mit der Frage, wie sich ein Objekt wirtschaftlich weiterentwickeln lässt, um die Wertentwicklung nicht ausschließlich von allgemeinen Marktentwicklungen abhängig zu machen. Das betrifft unter anderem den Mietermix, flexible Nutzungsmöglichkeiten von Flächen, die Positionierung der Immobilie am Standort und die Standortentwicklung. Wenn sich Mieter oder Besucher in den Immobilien wohlfühlen und Verbraucher zum längeren Verweilen einladen, hat dies unmittelbar Auswirkungen auf die Ertragskraft der Immobilien. Diese Placemaking Strategie ermöglicht zudem, auf Veränderungen schnell zu reagieren und Potenziale zu heben, statt nur den Status quo zu verwalten.

Daniel Siekmann: Für unsere Anlegerinnen und Anleger zeigt sich dieser Unterschied vor allem in der Art, wie mit den Immobilien gearbeitet wird. Sie investieren nicht nur in mehrere Objekte, sondern in die Fähigkeit des Managers, Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört, Entwicklungen früh zu erkennen und Anpassungen vorzunehmen, um den Erfolg des Investments aktiv zu beeinflussen. Dieses Verständnis von Verantwortung prägt den Ansatz von Jamestown und ist für viele Anlegerinnen und Anleger ein wichtiger Entscheidungsfaktor.

Das erste Fondsobjekt des Jamestown Europa befindet sich in der Oranienburger Straße 4–5 in Berlin. Welche Rolle spielt dieses Objekt für das Verständnis Ihrer Europastrategie?

Daniel Siekmann: Das Objekt zeigt sehr gut, wie Jamestown in Europa investiert. Es handelt sich um eine Bestandsimmobilie mit Wertschöpfungspotenzial, stabiler Vermietung und laufenden Erträgen. Genau diese Kombination macht es als erstes Objekt im Europafonds besonders interessant.

Steffen Haug: In Berlin liegt der Fokus weniger auf großen baulichen Maßnahmen, sondern auf der wirtschaftlichen Entwicklung und der Positionierung der Immobilie im Teilmarkt. Die gewerblichen Mietverträge liegen rund 20% unter dem aktuellen Marktniveau, außerdem gibt es Potenzial in der Gestaltung der Gemeinschaftsflächen und in der Vermarktung. Das sind keine kurzfristigen Effekte, sondern Schritte, die über Jahre wirken und zur Stabilität des Investments beitragen. Gemeinsam mit den Einzelhandelsmietern wollen wir Konzepte umsetzen, die mehr Besucherinnen und Besucher anziehen und somit auch Umsatzsteigerungen ermöglichen.

Welche Anlegergruppen spricht der Europafonds an und wie ist die steuerliche Ausgestaltung organisiert?

Daniel Siekmann: Der Europafonds richtet sich an Anlegerinnen und Anleger, die Immobilien als Ergänzung ihres Portfolios nutzen möchten und dabei auch mit vergleichsweise kleineren Beträgen investieren wollen. Gleichzeitig ist das Angebot so strukturiert, dass es auch für Anlegerinnen und Anleger interessant ist, die über Gesellschaftsformen investieren. Für alle gilt, dass die steuerliche Abwicklung in Deutschland erfolgt und damit übersichtlich und gut planbar ist.

Steffen Haug: Damit sprechen wir bewusst eine breite Zielgruppe an. Der Europafonds bietet sowohl privaten Anlegerinnen und Anlegern als auch Investoren mit gesellschaftsrechtlichen Strukturen einen klaren und nachvollziehbaren Zugang zu europäischen Immobilieninvestitionen. Die steuerliche Behandlung in Deutschland sorgt dabei für zusätzliche Transparenz und reduziert Komplexität.

Zum Abschluss: Welche Rolle spielen Sachwerte aus Ihrer Sicht im Portfolio?

Steffen Haug: Immobilien sind aus unserer Sicht ein sinnvoller Bestandteil einer langfristigen Vermögensstruktur. Wichtig ist jedoch, mit wem man investiert. Transparenz, Investitionsdisziplin und eine klare Kostenstruktur sind entscheidend. Sachwerte sind kein Selbstläufer, aber mit dem richtigen Partner ein stabilisierender Faktor.

Daniel Siekmann: Bei Jamestown ist der wirtschaftliche Erfolg unmittelbar an den Erfolg der Anlegerinnen und Anleger gekoppelt. Wir verdienen nicht unabhängig vom Ergebnis, sondern nur dann nachhaltig, wenn die Investments funktionieren. Diese Struktur sorgt dafür, dass Interessen nicht auseinanderlaufen. Für viele Anlegerinnen und Anleger ist genau das entscheidend: dass der Initiator nicht auf kurzfristige Effekte setzt, sondern auf langfristige Ergebnisse.