Trends / Lifestyle
15 Sept. 2020

Megatrend New Work: Die Neudefinition des Arbeitsplatzes

Blog newwork workspace

Siegeszug der Coworking Spaces: von San Francisco rund um die ganze Welt

Ob im Café, im Zug oder am häuslichen Wohnzimmertisch – gearbeitet wird heute von überall. Feste Anwesenheitszeiten, regulierte Arbeitsprozesse und der eigene Schreibtisch hingegen waren gestern. „New Work“ heißt das neue Ideal, das durch die Möglichkeiten der Digitalisierung begünstigt wird. Doch der Megatrend ist mehr als das dezentrale, räumlich und zeitlich flexible Arbeiten ohne feste Strukturen.

New Work ist vor allem durch einen massiven Wertewandel gekennzeichnet: Unsere Arbeit sehen wir nicht mehr als reine Existenzgrundlage, sie muss auch einen „Sinn“ haben und sich in unsere Vorstellung von einem „guten“ Leben integrieren lassen. Oder wie es das Frankfurter Zukunftsinstitut, das auf die Erforschung von Megatrends spezialisiert ist, formuliert: „Wir arbeiten nicht mehr, um zu leben, und wir leben nicht mehr, um zu arbeiten.“ Es gehe vielmehr um die gelungene Symbiose von beidem.

Grundlegend für das Konzept New Work ist die Annahme, dass unser bisheriges Arbeitssystem veraltet ist und den neuen Anforderungen, die wir an unsere Arbeit und unser Leben stellen, nicht mehr gerecht wird. Das gilt nicht nur für Strukturen und Prozesse, sondern insbesondere auch für unseren Arbeitsplatz und für die Räume, in denen wir arbeiten.

Mit Tischkicker, Bällebad und Sitzsäcken ist es dabei noch lange nicht getan. Immobilienentwickler und Architekten denken Büro-, Wohn- und Arbeitsräume vollkommen neu – und lassen die Idee der statischen, eindimensionalen Nutzungsart los.

Der Boom der Coworking Spaces

Offene, lichtdurchflutete Räume, in denen sich junge Kreative an langen Holztischen tummeln und an ihren Laptops arbeiten. Dazu Leseecken, Sofas und ein Café. Der stetig steigende Trend zur „neuen Arbeit“ zeigt sich wohl nirgends so deutlich wie am rasanten Aufstieg der Coworking Spaces. Während es laut Statista im Jahr 2010 weltweit nur rund 600 Coworking Spaces gab, waren es im Jahr 2017 bereits 15.000.

Der erste offizielle Coworking Space wurde im Jahr 2005 in San Francisco von dem früheren Google-Mitarbeiter Brad Neuberg eröffnet. Die neue Form des kollaborativen Arbeitens kam so gut an, dass schon bald weitere Coworking Spaces in San Francisco gegründet wurden. Rasch griff der Trend auch auf andere amerikanische Großstädte über – und von dort aus auf Metropolen auf der ganzen Welt.

Insbesondere in Städten, die über eine lebendige Startup-Szene verfügen und in denen viele innovative Unternehmen aus dem Technologie- und Dienstleitungssektor beheimatet sind, steigt das Interesse an Coworking Spaces bis heute stetig – und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Waren zu Beginn vor allem Freelancer und Tüftler an den Coworking Communities interessiert, so wollen nun auch immer mehr Unternehmen die Chancen des gemeinschaftlichen Arbeitens für sich nutzen: „Corporate Coworking ist ein Zukunftsmodell für viele Unternehmen, insbesondere auch dann, wenn diese ihre Innovationskraft stärken wollen“, sagt etwa Klaus-Peter Stiefel, Co-Autor der vom Fraunhofer-Institut veröffentlichten Studie „Coworking – Innovationstreiber für Unternehmen“.

Für Immobilienentwickler bedeutet das: Auch wenn die Zahl der Coworking Spaces rasant wächst, kann von einer Marktsättigung grundsätzlich noch nicht die Rede sein. Denn die Nachfrage steigt ebenfalls – und wird künftig aufgrund der voranschreitenden Flexibilisierung von Arbeitsmodellen voraussichtlich noch lange Zeit weiterwachsen.

Coliving: Coworking für Fortgeschrittene

Neben dem Coworking hält ein weiterer Trend Einzug in unsere Arbeitswelt und in unser Leben: das sogenannte Coliving. Wie das Konzept Coworking stammt auch das Coliving aus Kalifornien. Von dort aus verbreitet es sich aktuell rasant um die ganze Welt.

Beim Coliving handelt es sich um eine moderne Wohngemeinschaft für Berufstätige. Die Grundidee: Die Bewohner leben nicht nur gemeinsam unter einem Dach, sondern arbeiten auch zusammen. Das spart einerseits die Pendelzeit und fördert andererseits die Kreativität. Denn die Bewohner vernetzen sich, diskutieren Ideen und inspirieren sich gegenseitig. Hauptzielgruppe des Coliving sind vor allem junge Menschen, die an keinen festen Arbeitsplatz gebunden sind, etwa Freelancer, Startup-Gründer und andere digitale Nomaden.

Neben der Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, bietet das Coliving-Konzept viele weitere Vorteile: Im Allgemeinen befinden sich die Coliving-Wohnungen in zentraler, urbaner Lage. Meist sind sie möbliert, sodass sie ideal für ein Wohnen auf Zeit geeignet sind. Im Mietpreis sind außerdem in der Regel WLAN, Strom, Gas und Wasser sowie ein regelmäßiger Reinigungsservice enthalten. Was das Coliving besonders anziehend macht: Neben den möblierten Apartments, die über modern ausgestattete Küchen und Gemeinschaftsräume verfügen gibt es zusätzlich häufig Fitnessräume, Work Spaces, Dachterrassen, Gärten und Waschsalons. Es gilt: Alles, was das Leben und Arbeiten angenehm macht, steht unmittelbar zur Verfügung.

Projektentwickler und Architekten können dem neuen Trend Coliving Rechnung tragen, indem sie Wohnhäuser so konzipieren, dass sie nicht mehr nur aus einzelnen, abgeschotteten Wohneinheiten bestehen. Stattdessen ist die Wohnimmobilie der Zukunft als ein System aus flexiblen Räumen zu denken, die je nach Bedarf unterschiedlich verwendet werden können und die sowohl gemeinschaftlich genutzte Flächen sowie private Rückzugsmöglichkeiten bieten.

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Coliving: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach – mit bestem Komfort

Die Neuerfindung des Büros

New Work bedeutet auch, dass sich das klassische Unternehmensbüro neu erfinden muss. Denn im Zuge der Digitalisierung wird das dezentrale, ortsunabhängige Arbeiten im Homeoffice, im Café oder eben im Coworking Space immer mehr zum Standard. Das Büro als reiner Arbeitsort wird somit zunehmend obsolet. Damit es auch künftig noch eine wichtige Rolle spielt, muss sich die Funktion des Büros wandeln: Das Office der Zukunft ist nicht mehr nur Arbeitsstätte. Es ist ein Ort, an dem sich die Mitarbeiter gerne aufhalten, an dem sie sich austauschen, vernetzen und gemeinsam neue Ideen entwickeln können.

Das Büro von morgen fördert die Kreativität und die Lust am Lernen genauso wie die Kommunikation und das Networking. Es bietet aber ebenso die Möglichkeit, konzentriert arbeiten oder sich entspannen zu können. Erweitert wird dieses Arbeitsumfeld durch Angebote, die den Alltag der Mitarbeiter erleichtern: durch Fitnessstudios, Restaurants, Friseure, Kinderbetreuungsstätten und Einkaufsmöglichkeiten, die sich entweder im Gebäude selbst oder in direkter Nähe befinden.

Immobilienentwickler und Architekten können diesen neuen Anforderungen entsprechen, indem sie Bürowelten schaffen, die individuell und flexibel gestaltet werden können. Die Räume sollten multifunktional und je nach Bedarf schnell und einfach umwandelbar sein, etwa durch mobile Wände, die offene Büros im Handumdrehen in Einzelbüros verwandeln. Zudem bleibt eine zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung und einem vielfältigen Dienstleistungs- und Gastronomieangebot in der Nähe auch in Zukunft eines der Topkriterien bei der Attraktivität von Bürogebäuden.

Berücksichtigen Immobilienentwickler diese Aspekte, werden sie auch künftig erfolgreiche Immobilien auf den Markt bringen, die bei Unternehmen und deren Mitarbeitern gleichermaßen gefragt sind.

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Bettina Gude
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