Trends / Lifestyle
08 Apr. 2021

Mit Kreativität und Flexibilität durch die Krise

Die Corona-Pandemie hat Immobilienverwalter vor ganz besondere Herausforderungen gestellt: Abstandsregelungen, Zwangsschließungen, existenzbedrohte Mieter und immer wieder neue Auflagen. Welche besondere Bedeutung das Asset Management in einer solchen Krisensituation hat, erläutert Fabian Spindler, Geschäftsführer der Jamestown US-Immobilien GmbH.

Herr Spindler, wie hat das Portfoliomanagement und damit auch das Asset Management von Jamestown vor einem Jahr auf den Ausbruch der Corona-Krise reagiert?

In allen unseren Immobilien haben wir zuerst zum Schutz von Mitarbeitern, Mietern und Besuchern besonders strenge Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen umgesetzt und sehr früh in allen Immobilien die Luftfilter verbessert sowie ein Programm zur Messung, Steigerung und Sicherung der Luftqualität initiiert. Danach reagierten wir auf die verschiedenen, in allen Bundesstaaten zumeist unterschiedlichen Auflagen. Vor allem in unseren Restaurants und Geschäften haben wir viele Anstrengungen unternommen, um den Betrieb so gut es ging zu ermöglichen. Und als klar wurde, dass es auch in den USA zu Lockdowns kommen wird, lief unser Asset Management endgültig auf Hochtouren.

Wie können wir uns das vorstellen?

Normalerweise arbeiten unsere Asset Manager an der Umsetzung von länger im Vorfeld festgelegten Maßnahmen aus den Businessplänen: Umbauten, Neuvermietung, Modernisierungen, Events. Aber dann: Auf einmal sind die Büros leer und die Mieter in Gastronomie und Einzelhandel kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Jeden Tag müssen neue Lösungen gefunden werden: von der Beschaffung von Trennwänden bis hin zu finanziellen Lösungen für Mieter, deren Umsätze plötzlich wegfallen. Gerade in solch schwierigen Zeiten zeigt sich unsere Stärke als hands-on Asset Manager.

Was verstehen Sie unter diesem Begriff?

Damit ist „Hand anlegen“ oder „Ärmel hochkrempeln und anpacken“ gemeint. Unsere Asset Manager sind vor Ort, kennen jeden Mieter und Hausmeister persönlich. Wir sehen uns in einer partnerschaftlichen Beziehung und erarbeiten gemeinsam Lösungen, im Kleinen wie im Großen. Das hilft in einer Krise. Jede Immobilie hat ihre Besonderheiten und die Mieter haben individuelle Probleme, aber auch viele Ideen. Not macht ja bekanntlich erfinderisch und es wird noch immer unglaublich viel Kreativität freigesetzt, die zu pragmatischen und guten Lösungen führt. Das geht aber nur, wenn die Kommunikation stimmt und schnell reagiert wird.

Haben Sie ein Beispiel dafür, wie eine kreative Lösung aussehen kann?

In Atlanta durften Gastronomiebetriebe eine Zeit lang im Freien weiter geöffnet bleiben. Mangels Flächen drohten aber vielen unserer Mieter in der Immobilie „Shops at Buckhead“ starke Umsatzeinbußen. Da haben wir kurzerhand die Durchfahrtsmöglichkeit durch das Einkaufszentrum gesperrt und für die Gastronomiebetreiber mehr Außensitzflächen geschaffen. Hier zahlt sich aus, dass wir immer das gesamte Areal kontrollieren möchten und die komplette Bewirtschaftung bei uns liegt.

Wir haben auch in anderen Immobilien mit Gastronomie die Außenflächen neu und innovativ gestaltet, so dass viele abgegrenzte, aber attraktive Kleinbereiche entstanden, die Abstand ermöglichen, aber auch zum Verweilen und Teilen der Eindrücke einladen. Den Fokus auf Design haben wir auch in der Krise bewahrt. Dann kehren Kunden auch wieder ein und empfehlen die Location weiter.

Buckhead Village District Jamestown 31 Atlanta 09 Mietflaeche aussen

Hilfe in der Krise: Jamestown schafft im Durchfahrtsbereich zusätzliche Außenflächen für die Mieter.

Welche Spielräume haben Sie bei den Mieteinnahmen?

Wir haben viele Mieter mit Mietstundungen und Nachlässen unterstützt, um ihnen das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen. Bei einigen kleinen Mietern haben wir auch vorübergehend von einer Festmiete zur Umsatzmiete gewechselt. Kein Umsatz, keine Mietzahlung. Damit wird Druck von den Mietern genommen und gleichzeitig sitzen alle im selben Boot und geben ihr Bestes, um Umsätze zu generieren.

Und wenn doch ein Mieter ausscheidet?

Für solche Fälle mussten wir sicherstellen, dass die Flächenvermarktung weiterlaufen kann. Für sämtliche zu vermietenden Flächen haben wir in kurzer Zeit virtuelle Besichtigungsmöglichkeiten etabliert. Wir sprechen von „virtual touring“. Mittels eines 3D-Scans der Immobilien wird ein Video erstellt, das eine realitätsnahe Tour durch die gesamte Immobilie einschließlich der zu vermietenden Flächen ermöglicht.

Technische Innovationen spielen also eine wichtige Rolle?

Absolut. Hier bewährt sich unsere Kompetenz in Bezug auf neue Technologien und unsere Innovationsbereitschaft. Wir haben schon lange vor der Krise einen Bereich für digitale Strategie geschaffen, der Trends beobachtet, Partnerschaften und Pilotprojekte ins Leben ruft und in junge Unternehmen und Ideen investiert. Das zahlt sich jetzt aus.

Was machen Sie bei der Flächenvermarktung anders als zum Beispiel Betreiber von Shoppingmalls?

Wir setzen gerade bei Gastronomie und Einzelhandel in unseren Immobilien auf kleine, lokale Mieter, nicht auf überregionale Ketten. Dadurch entsteht die besondere Atmosphäre und Einzigartigkeit unserer Marktplätze. Das bedeutet aber auch, dass unsere Mieter in besonderem Maße auf einen Asset Manager angewiesen sind, der Hilfestellungen und technische Lösungskonzepte anbietet, weil sie solche Aufgaben alleine oft nicht bewältigen können.

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Jamestown Vorteil: Neue Technologien wie zum Beispiel kontaktlose Türöffner finden schnell Anwendung.

Das heißt konkret?

Wir unterstützen unsere Mieter mit finanziellen Mitteln und Marketingmaßnahmen und helfen ihnen dabei, Hygienevorschriften umzusetzen. Darüber hinaus haben wir einen Leitfaden erstellt, in dem unsere Mieter hilfreiche Materialien zur Fortführung des Geschäftsbetriebs, zur Beantragung von staatlichen Hilfsmitteln und zur Einhaltung der neuen Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien finden. Wir haben innerhalb von nur einer Woche nach dem ersten Lockdown ein Portal für Kleinunternehmen ins Leben gerufen. Dort wird über diese Themen informiert und der Austausch gefördert. Dies trägt nicht nur zur Bewältigung finanzieller Probleme bei, sondern stärkt den Zusammenhalt und Durchhaltewillen.

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