Objekt im Fokus: Schanzenstraße Köln
Historische Industriegebäude prägen viele Städte. Nur wenige haben den Wandel ihres Quartiers jedoch über mehr als ein Jahrhundert hinweg so eng begleitet wie die Schanzenstraße in Köln-Mülheim. Der denkmalgeschützte Gebäudecampus liegt in einem der dynamischsten Kreativstandorte der Domstadt und verbindet heute Medien, Bildung und Architektur unter einem Dach. Mit seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung steht er exemplarisch für die Transformation ehemaliger Industriestandorte zu lebendigen urbanen Arbeitswelten.
Objekt im Fokus: Schanzenstraße Köln
Die Gebäude der Schanzenstraße 22, 24 und 28 entstanden zwischen 1890 und 1914 als Unternehmenssitz des Kabelherstellers Felten & Guilleaume. Die markanten Klinkerfassaden, großzügigen Fenster und zahlreiche erhaltene Industrieelemente prägen den Campus bis heute und verleihen ihm seinen unverwechselbaren Charakter.
Nach der industriellen Nutzung begann für das Ensemble ein neues Kapitel. Aus den historischen Gebäuden entstanden moderne Büro- und Kreativflächen. Heute arbeiten hier Produktionsfirmen, Architekturbüros, Bildungseinrichtungen und Dienstleistungsunternehmen Tür an Tür. Die Schanzenstraße 22 gilt mit ihren Mietern als Tor zur deutschen Unterhaltungsindustrie, während die Schanzenstraße 28 unter anderem die Internationale Filmschule Köln und die TH Köln beherbergt. So ist ein Campus entstanden, dessen Vielfalt die Entwicklung des gesamten Quartiers widerspiegelt.
Mit dem Erwerb der Immobilie im Jahr 2020 nahm Jamestown die Schanzenstraße als erstes deutsches Investitionsobjekt in sein Europaportfolio auf. Dabei stand nicht die grundlegende Neuausrichtung des Standorts im Vordergrund, sondern seine konsequente Weiterentwicklung. Sehr gut nachvollziehen lässt sich das an der ehemaligen Direktorenvilla in der Schanzenstraße 24. Das denkmalgeschützte Gebäude wird derzeit umfassend kernsaniert. Historische Elemente bleiben erhalten. Gleichzeitig entstehen moderne Büroflächen, die sich flexibel an die Anforderungen zukünftiger Nutzerinnen und Nutzer anpassen lassen. Nachhaltige Gebäudetechnik, barrierefreie Erschließung und moderne Arbeitswelten ergänzen den historischen Charakter des Hauses.
Zur Weiterentwicklung gehören aber auch viele kleinere Maßnahmen. Regelmäßige Veranstaltungen fördern den Austausch zwischen den Mieterinnen und Mietern und stärken das Campusleben. Gleichzeitig werden bestehende Flächen immer wieder neu gedacht. So stehen die Parkplätze heute außerhalb der Bürozeiten auch Besuchern der benachbarten Veranstaltungsorte zur Verfügung. Das verbessert die Auslastung, schafft zusätzliche Einnahmen und reduziert den Parksuchverkehr im Quartier.
Die Schanzenstraße in Köln-Mülheim
Die Entwicklung der Schanzenstraße endet nicht an der Grundstücksgrenze. Der Campus ist eng mit seinem Umfeld verbunden und profitiert von einem Stadtteil, der sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Standorte für Medien, Kultur und Kreativwirtschaft in Köln entwickelt hat. Veranstaltungsorte wie E-Werk und Palladium, zahlreiche Unternehmen sowie gastronomische Angebote sorgen dafür, dass das Quartier weit über die Bürozeiten hinaus belebt ist.
Diese Verbindung zeigt sich auch im gesellschaftlichen Engagement an diesem Standort. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Keupstraße, die nach dem rechtsextremistischen Nagelbombenanschlag von 2004 zu einem Symbol für Zusammenhalt und kulturelle Vielfalt geworden ist. Auf dem Campus wird eine Fläche für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt, die an das Attentat erinnert. Damit öffnet sich die Schanzenstraße nicht nur räumlich, sondern wird auch Teil der Erinnerungskultur ihres Viertels.
Historische Gebäude können vieles sein: Denkmal, Arbeitsplatz, Lernort, Begegnungsstätte oder kreativer Freiraum. Die Schanzenstraße vereint all das auf einem Gelände. Sie bewahrt ihre industrielle Vergangenheit, ohne in ihr stehen zu bleiben, und schafft Raum für Unternehmen, Bildung, Kultur und neue Ideen. Diese Verbindung macht den Standort besonders. Die denkmalgeschützte Architektur verleiht dem Campus seine Identität, die Vielfalt seiner Nutzerinnen und Nutzer sorgt für Lebendigkeit und die enge Einbindung in das Quartier schafft Verbindungen über die Grundstücksgrenzen hinaus. So entwickelt sich die Schanzenstraße peu à peu durch viele kleine Schritte weiter und schreibt ihre Geschichte immer wieder neu.
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