Daniela Kratzenstein, Referentin Unternehmenskommunikation, und Sami Farhat, Brand Marketing Manager
„Wir wollen Vertrauen schaffen. Dafür müssen wir transparent und verlässlich kommunizieren.“
Daniela Kratzenstein, Referentin Unternehmenskommunikation, und Sami Farhat, Brand Marketing Manager, machen deutlich, wie digitale Formate die Reichweite der Unternehmenskommunikation vergrößern – und wie Jamestown seinen Immobilien Charakter und Emotionen verleiht.
Frau Kratzenstein, Herr Farhat, Sie sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu Jamestown gekommen. Wie haben Sie die Unternehmenskommunikation bei Ihrem Einstieg erlebt?
Daniela Kratzenstein: Vor Kurzem habe ich 19 Jahre bei Jamestown gefeiert. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich damals nach meinem Studium eingestiegen bin, wird mir bewusst, wie stark sich mein Aufgabenbereich seitdem entwickelt hat. Eine eigenständige Abteilung für Unternehmenskommunikation gab es 2007 noch nicht. Es war eher ein Aufgabenfeld, das schrittweise gewachsen ist. Durch meine Banklehre und verschiedene Praktika während des Studiums hatte ich bereits ein großes Interesse an Kommunikation entwickelt. Deshalb habe ich die Gelegenheit sofort genutzt, dieses Thema bei Jamestown mit aufzubauen.
Früher stand die klassische Anlegerinformation im Mittelpunkt. Unser Ziel war es, Jamestown zusätzlich als Unternehmen und Marke sichtbarer zu machen. Viele Menschen kennen den Namen Jamestown, aber nicht unbedingt die konkrete Arbeit des Unternehmens und unseren aktiven Assetmanagementansatz. Genau dort liegt eine wichtige Zuständigkeit der Kommunikation: zu zeigen, wie hier gearbeitet wird und wie aus einem Objekt ein Ort wird, an dem Menschen sich wohlfühlen und verweilen möchten.
Sami Farhat: Als ich 2024 einstieg, gab es bereits eine eigene Abteilung, die noch im Aufbau war. Das bedeutet, ich konnte umgehend mithelfen, den Bereich weiter zu professionalisieren und auszubauen, was für mich besonders reizvoll war. Wir haben Aufgaben neu sortiert und Prozesse etabliert. Entscheidend war auch, zu definieren, welche Rolle einzelne Kommunikationskanäle für Jamestown spielen.
Was gehört heute zu Ihren Aufgaben? Wie hat sich die Abteilung mittlerweile weiterentwickelt?
Daniela Kratzenstein: Ich begleite unsere Kundenpublikation, früher US-Invest, jetzt umbenannt in Jamestown-Invest, von der Themenauswahl bis zum Versand. Der neue Name resultiert daher, dass wir mit der Auflage eines Europafonds für Privatanlegerinnen und -anleger unser Anlageuniversum erweitert haben. Als ich angefangen habe, war unsere Kommunikation stark von diesem Medium geprägt. Der US-Invest war das zentrale Format, ergänzt durch einzelne E-Mail-Aussendungen. Digitale Kanäle spielten damals kaum eine Rolle.
Das hat sich in den vergangenen Jahren stark erweitert. Wir haben unseren Newsletter ausgebaut, den ich redaktionell federführend betreue. Zusätzlich sind wir auch in den sozialen Netzwerken präsenter und kommunizieren regelmäßiger, was Herr Farhat professionell vorantreibt. Dadurch erreichen wir nicht nur bestehende Anlegerinnen und Anleger, sondern auch Interessierte, die Jamestown vielleicht noch nicht so gut kennen.
Gleichzeitig bleiben Druckerzeugnisse wichtig. Unsere Kundinnen und Kunden schätzen das physische Magazin nach wie vor sehr. Deshalb geht es darum, klassische und digitale Formate sinnvoll miteinander zu verbinden.
Sami Farhat: Ich bin hauptsächlich für den Markenaufbau und die Kommunikation der Marke über unterschiedliche Kanäle und Kontaktpunkte verantwortlich – beispielsweise in den sozialen Netzwerken – und zwar sowohl strategisch als auch operativ. Darüber hinaus plane und steuere ich Marketingkampagnen. Dazu gehört die Frage, welche Themen wir auswählen, wie wir sie erzählen und wie sie sich in die Gesamtkommunikation einfügen. Gerade bei Bewegtbild merken wir, dass sich viele Themen direkter vermitteln lassen, weil man die Atmosphäre vor Ort unmittelbar spürt.
Daniela Kratzenstein: Ganz allgemein könnte man noch sagen: Die Arbeit ist deutlich proaktiver geworden. Heute planen wir Themen stärker voraus und denken Kampagnen integriert. Dabei merken wir auch, dass unsere Arbeit im Unternehmen heute stärker anerkannt wird, weil gute Unternehmenskommunikation mittlerweile als zentraler Erfolgsfaktor angesehen wird.
„Wir wollen Vertrauen schaffen. Dafür müssen wir transparent und verlässlich kommunizieren.“
Und was ist das für Sie: „gute Unternehmenskommunikation“?
Sami Farhat: Ganzheitlich denken. Unsere Kampagne zum aktuellen Fonds Jamestown Europa ist dafür ein gutes Beispiel – sie läuft über viele Kanäle wie Social Media, Newsletter, Radio und ganz klassisch über gedruckte Broschüren und Printanzeigen. Entscheidend ist für mich, all diese Kontaktpunkte aus Sicht der Kundinnen und Kunden zu betrachten: Welche Information erreicht sie wann? Wie greifen die verschiedenen Marketingmaßnahmen ineinander? Dieser Blick auf den gesamten Kommunikationsweg ist für mich zentral für gute Unternehmenskommunikation. Denn am Ende zählt die Menschen dort treffen, wo sie sind – und den Zeitgeist nicht nur zu spüren, sondern ihm einen Schritt voraus zu sein. Kommunikation ist ständig im Wandel – und man muss seine Kommunikationsstrategie immer wieder neu überdenken.
Daniela Kratzenstein: Wir wollen Vertrauen schaffen. Dafür müssen wir transparent, verlässlich, verständlich, klar adressiert und aktuell kommunizieren. Gerade in der Anlegerkommunikation spiegelt sich damit ein Grundprinzip von Jamestown wider: Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein.
Sami Farhat: Für mich geht es auch darum, Geschichten zu erzählen. Ein Immobilienfonds bleibt für viele Menschen zunächst abstrakt. Kommunikation kann hier Nähe schaffen, indem sie sichtbar macht, was hinter den einzelnen Objekten steht und wie sie im Alltag tatsächlich genutzt werden.
Ein gutes Beispiel ist One Times Square in New York City. Nach der Weiterentwicklung des Gebäudes hat dort ein erstes Paar im Rahmen von „EVER“, einem neuen Veranstaltungsort mitten im Herzen des Times Square mit spektakulärer Kulisse, geheiratet. Vor Kurzem war außerdem die Artemis-II-Besatzung der NASA auf dem Skywalk zu Besuch. Solche Geschichten machen die Objekte in unseren Portfolios greifbar und füllen sie mit Leben. Wir zeigen konkret, wie die Transformation eines ikonischen Gebäudes neuen Wert schafft und neue Zielgruppen anzieht. So können Menschen besser nachvollziehen, wofür Jamestown steht.
Artemis am One Times Square in New York
Was macht das Unternehmen Jamestown für Sie beide aus?
Sami Farhat: Was für mich Jamestown besonders auszeichnet, ist der Blick auf Immobilien. Ein Gebäude ist hier immer nur ein Ausgangspunkt, der unendlich viele Möglichkeiten birgt. Hier kommt der Placemaking-Ansatz ins Spiel. Durch eine gut überlegte Erneuerung kann ein Standort eine völlig neue Bedeutung gewinnen und Menschen einen echten Anreiz bieten, dort Zeit zu verbringen oder langfristig zu bleiben.
Daniela Kratzenstein: Jamestown schafft es, Kontinuität und Aufbruch miteinander zu verweben. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dem Unternehmen seit Jahren, sogar Jahrzehnten, verbunden, gleichzeitig ist Jamestown internationaler und jünger geworden. Man merkt, dass neue Perspektiven hinzukommen, ohne dass die gewachsene Unternehmenskultur verloren geht.
Eine letzte Frage: Welche Objekte stehen für Sie persönlich besonders für den Jamestown-Ansatz?
Sami Farhat: Viele, aber ganz besonders mag ich Chelsea Market in New York City. Mich beeindruckt vor allem die Entwicklung dieses Gebäudes; ursprünglich eine Keksfabrik von Nabisco, wo die legendären Oreo-Kekse entwickelt wurden, später unterschiedlich genutzt und schließlich von Jamestown behutsam weiterentwickelt. Die industrielle Architektur bleibt erlebbar, während eine Mischung aus Gastronomie, Einzelhandel und Büros für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgt. Heute ist ein geschäftiger Ort entstanden, der weit über die Nachbarschaft hinausstrahlt. Viele New York City-Besucherinnen und -Besucher haben Chelsea Market fest auf ihrer Liste, gleichzeitig ist er ein selbstverständlicher Teil des Alltags für die Menschen vor Ort.
Jamestown hat aus Chelsea Market eine Ikone mitten in New York geschaffen – mit einer einzigartigen Marke und hohem Wiedererkennungswert.
Daniela Kratzenstein: Für mich ist es Ponce City Market in Atlanta. Ich kannte das Gebäude bereits, bevor es von Jamestown akquiriert wurde. Damals musste man schon sehr genau hinsehen und viele Visionen haben, um sich vorzustellen, was aus dem Gebäude einmal werden könnte. Wenn man sieht, was entstanden ist, versteht man sehr konkret, was Transformation bedeuten kann.
Ponce City Market hat die Entwicklung des umliegenden Quartiers und der angrenzenden Nachbarschaften spürbar mitgeprägt. Das Objekt ist Chelsea Market sehr ähnlich: aus einem früheren Industriegebäude ist ein Ort mit einer Anziehungskraft geworden, die weit in die Stadt hineinwirkt. Besonders spannend finde ich, dass Ponce City Market nicht als abgeschlossenes Projekt verstanden wird, sondern immer weitergedacht wird. So kommen immer wieder neue Nutzungskonzepte und Räume hinzu, die den Standort für Besucherinnen und Besucher, Mieterinnen und Mieter sowie die Nachbarschaft interessant halten.
Vielen Dank für das Gespräch.
Direkt per E-Mail zusenden lassen:
Per Post zusenden lassen: