Carla Camphausen, Vice President Investor Relations & Capital Raising
Warum Europa für Immobilieninvestitionen wieder an Relevanz gewinnt
Institutionelle Investorinnen und Investoren richten den Blick wieder stärker auf Europa. Carla Camphausen, Vice President Investor Relations & Capital Raising bei Jamestown Europe, erläutert, welche Chancen der Markt derzeit bietet und warum lokale Expertise dabei besonders wichtig ist.
Was sind Ihre Aufgaben bei Jamestown?
Meine Aufgaben bei Jamestown sind die institutionelle Investorenbetreuung und die Kapitalbeschaffung.
Ich bin einerseits für die Pflege und den Ausbau bestehender Beziehungen zu unseren Investoren verantwortlich, in der Regel zu institutionellen Investorinnen und Investoren, wie Versicherungen und Pensionskassen, Family Offices, und semiprofessionellen Anlegerinnen und Anlegern.
Der zweite Bereich ist der Aufbau neuer Beziehungen auf institutioneller Seite. In der Investorenbetreuung geht es bei größeren Bestandsmandaten häufig um die strategische Frage, wie sich ein Produkt oder mehrere Produkte besser aufstellen und präsentieren lassen. Ich agiere als Kommunikationsschnittstelle: Mit Reports, Präsentationen und in persönlichen Gesprächen stelle ich sicher, dass wir die Fragen konsequent adressieren, die für Investorinnen und Investoren im Mittelpunkt stehen.
Was nehmen Sie aktuell aus dem Markt wahr?
Ich war im März auf der USA Conference in Frankfurt und auf der MIPIM in Cannes. Beide Veranstaltungen haben klar gezeigt, wie stark sowohl die USA als auch Europa derzeit im Fokus stehen.
Die USA galten über viele Jahre als klar aufwärtsgerichteter Markt. Durch die aktuellen Weltgeschehnisse sind Investitionen von europäischen Investoren in die USA über die letzten 12 Monate zurückhaltender. Zugleich wird im Markt die Frage gestellt, ob sich gerade jetzt ein günstiger Zeitpunkt für den Wiedereinstieg in die USA ergeben könnte.
Europa gilt derzeit als attraktiver Markt für Investitionen. Gleichzeitig ist noch eine gewisse Zurückhaltung spürbar, die Chancen bieten kann. Transaktionen erfolgen selektiver und Preisvorstellungen justieren sich. Wer die lokalen Märkte genau kennt, kann diese Phase nutzen, um Objekte mit stabilem Cashflow und fundamental attraktiver Bewertung zu angemessenen Konditionen zu sichern. Entscheidend ist dabei, ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil zu erzielen.
Warum ist Europa aus Ihrer Sicht aktuell interessant?
Europa ist kein homogener Immobilienmarkt, sondern vereint Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Entwicklungen, Immobilienzyklen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Hier lassen sich weiterhin überdurchschnittliche Renditen erzielen. Zugleich ist Europa im aktuellen Umfeld ein verlässlicherer und vor allem transparenter Investmentmarkt.
Europa bietet ein Umfeld mit verlässlichen staatlichen Rahmenbedingungen, in dem vertragliche Vereinbarungen eingehalten werden. Das macht vieles besser planbar. Für europäische Investorinnen und Investoren kommt hinzu, dass Investitionen im Euroraum ohne zusätzliche Währungsrisiken auskommen und Erträge dadurch stabiler kalkulierbar sind. Gleichzeitig gibt es attraktive Einstiegsmöglichkeiten, auch weil Europa möglicherweise noch nicht wieder so stark im Fokus steht.
Genau hier ist Jamestown mit seinen fünf Standorten und den lokalen Verantwortlichen im Immobilienmanagement sehr gut aufgestellt. Dort, wo sich überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen, was für gewisse Immobilienkategorien in Mittel- und Südeuropa der Fall ist, sind wir vor Ort sehr gut vernetzt.
Welche Rolle spielt dabei die lokale Expertise von Jamestown?
Europa ist ein breit gefächerter Markt. Genau das macht Europa aus: Es gibt viele unterschiedliche Rechtsräume, Sprachen und kulturelle Prägungen, und auch die Verhältnisse zwischen Mieterinnen und Mietern sowie Vermieterinnen und Vermietern unterscheiden sich von Markt zu Markt. Deshalb ist lokale Expertise so wichtig.
Wir sehen, dass sich manche Investorinnen und Investoren derzeit sehr stark auf Südeuropa konzentrieren, während Deutschland insbesondere für jene relevant bleibt, die in einem transparenten und vertrauten Markt investieren möchten. Hinzu kommt, dass ein Teil der Anlegerinnen und Anleger Investitionen ausschließlich im jeweiligen Heimatmarkt bevorzugt. Die Interessenlagen sind entsprechend unterschiedlich.
Unsere Aufgabe ist es, auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen. Wir können diese Vielfalt zusammenführen, indem wir unsere Produkte auf die Anliegen der Investoren maßschneidern und Teams in den jeweiligen Märkten haben.
Überblick über Berlin Hackescher Markt, Standort des ersten Fondsobjekt Oranienburger Straße 4-5
Welche Erfahrungen bringt Jamestown aus dem institutionellen Geschäft in Europa mit?
Wir betreuen in Europa seit mehreren Jahren institutionelle Investorinnen und Investoren und setzen für diese Zielgruppe unterschiedliche Investitionslösungen um. Dabei geht es immer darum, passende Strukturen für unterschiedliche Anforderungen zu finden und Investitionen eng mit lokaler Marktkenntnis zu begleiten.
Gerade darin liegt eine Stärke von Jamestown: Wir sind in Europa vor Ort, kennen die Märkte, arbeiten nah an den Objekten und konzipieren Investmentprodukte, deren Parameter zur Portfoliostrategie unserer Kundinnen und Kunden passen. Was wir in Europa bislang vor allem für institutionelle Investorinnen und Investoren umgesetzt haben, wird mit dem Jamestown Europafonds nun auch für Privatanlegerinnen und Privatanleger zugänglich.
Wie arbeiten Sie intern mit den lokalen Teams zusammen?
Jamestown ist sowohl in den USA als auch in Europa vollständig integriert aufgestellt und deckt alle relevanten Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette rund um die Immobilieninvestition und -verwaltung ab. Aufgrund unserer langjährigen Markterfahrung haben wir gelernt, dass wir deutlich bessere Ergebnisse für unsere Anlegerinnen und Anleger erzielen, wenn wir zentrale Dienstleistungen im eigenen Haus erbringen und so die Qualität konsequent steuern. Deshalb verfügen wir über eigene Teams in der Vermietung, in der Projektentwicklung und im Bau sowie in Architektur und Design.
Ergänzend dazu haben wir in Europa ein starkes Assetmanagement-Team mit lokalem Personal in allen Ländern, in denen wir investieren. Dieses Team verantwortet die laufende Steuerung der Immobilien und ist eng in alle operativen Prozesse eingebunden.
Mit dem Assetmanagement arbeite ich im Reporting sowie bei Investorenanfragen und Präsentationen sehr eng zusammen. Die Kommunikationswege sind kurz und direkt. Wenn es Neuigkeiten gibt, versenden wir noch am selben Tag Nachrichten an Investorinnen und Investoren.
Wie nah sind Sie selbst an den Objekten?
Ich bin natürlich nicht so oft vor Ort wie die Verantwortlichen im Assetmanagement. In meiner Position bin ich etwas weiter vom Objekt entfernt als etwa das Transaktionsteam. Trotzdem achte ich darauf, die Objekte regelmäßig im Jahr gesehen zu haben oder mir neue potenzielle Ankaufsobjekte vor Erwerb anzuschauen.
Wenn zum Beispiel eine spannende Investitionsmöglichkeit in Europa vom Transaktionsteam an uns herangetragen wird und sie zu unserem Investitionsprofil passt, sind wir im Team für Investorenbetreuung und Kapitalbeschaffung dafür verantwortlich, geeignete Investorinnen und Investoren für die jeweilige Opportunität zu gewinnen und die passende Finanzierungslösung zu erarbeiten. Bevor wir Kundinnen und Kunden ein Objekt vorstellen, ist es entscheidend, das Objekt und die Umgebung genau zu verstehen. Ich betrachte jedes Objekt konsequent aus Investorenperspektive und prüfe, inwieweit es zu den jeweiligen Investitionskriterien passt. So lässt sich klar einordnen, für welche Investorinnen und Investoren beziehungsweise für welche Produktstrategie das Objekt geeignet ist. Beziehungen basieren auf großem Vertrauen, entsprechend entscheidend sind eine sorgfältige Auswahl und eine präzise Ansprache.
Was hat Sie persönlich zu Jamestown gebracht?
Ich komme aus zehn Jahren Fondsmanagement bei einem paneuropäischen offenen institutionellen Fonds, breit gestreut über alle Nutzungsarten und zentrale Städte in Europa. Dort war ich immer eng mit verschiedenen Beteiligten, intern wie auch extern, im Austausch.
Was mich zu Jamestown bewegt hat, war zum einen der Wunsch, näher an die Investorinnen und Investoren heranzurücken und stärker in die Beziehungsarbeit einzusteigen. Zum anderen war es vor allem die Art, wie hier auf Immobilien geschaut wird. Mich fasziniert diese Leidenschaft, an Objekte heranzugehen, eine Vision für sie zu entwickeln und Werte zu heben, die andere Immobilienmanager gar nicht sehen oder heben können, weil ihnen dafür die entsprechenden Fähigkeiten im Haus fehlen.
Wir sind bei Jamestown stark am Menschen orientiert. Wir wollen, dass es den Mieterinnen und Mietern gut geht und auch die Nachbarschaft von unserem Management profitiert. Erfolg bedeutet für uns, dass alle Interessensgruppen einer Immobilieninvestition einbezogen sind, von Kommunen und Bevölkerung über Mieterinnen und Mieter sowie Besucherinnen und Besucher bis hin zu unseren Investorinnen und Investoren. Das ist am Ende das, was Werte steigern wird.
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