Jamestown News
29 Oktober 2026

Warum setzen Investoren auf Spanien und Portugal? Ein Blick nach Südeuropa.

Europas Süden legt ein beachtliches Tempo vor. Die spanische Wirtschaft wuchs 2025 um 2,8 Prozent und damit doppelt so stark wie der Durchschnitt der Eurozone. Portugal kam auf ein Plus von 1,9 Prozent und entwickelte sich ebenfalls überdurchschnittlich. Auch für die kommenden Jahre erwartet der Internationale Währungsfonds für beide Länder ein robustes Wachstum.

Spanien hatte bereits Ende 2024 international auf sich aufmerksam gemacht: Das britische Magazin „The Economist“ kürte das Land zur leistungsstärksten Volkswirtschaft des Jahres. In die Bewertung flossen unter anderem Wirtschaftswachstum und Inflation sowie die Entwicklung am Arbeitsmarkt und die Stabilität der öffentlichen Finanzen ein.

Dieser wirtschaftliche Aufschwung erreicht zunehmend auch die Immobilienmärkte. Vor allem Madrid, Barcelona und Lissabon haben ihre Stellung als Wirtschafts- und Dienstleistungszentren in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Die daraus resultierende Nachfrage stärkt zahlreiche Immobiliensegmente von Wohnimmobilien über moderne Büroflächen bis hin zu Einzelhandelsobjekten und Hotels.

IDB Lissabon

Das IDB Lissabon ist ein Beispiel für Jamestowns Strategie in Europa: die Umnutzung historischer Gebäude („Adaptive Reuse“) und die gezielte Aktivierung von Flächen durch Placemaking.

Der Einzelhandel stellt neue Rekorde auf

In Portugal erreichten die Spitzenmieten in wichtigen Einkaufsstraßen zuletzt historische Höchststände. Auch die Shoppingcenter melden neue Bestmarken: Besucherzahlen und Umsätze liegen inzwischen über dem Niveau vor der Pandemie.

Spanien zeigt ein ähnliches Bild. Dort steigen Frequenz und Umsätze seit Jahren, während die Vermietungsquoten vieler Einkaufszentren hoch bleiben. Einzelhandel funktioniert auf der Iberischen Halbinsel damit vielerorts anders, als es die Diskussion über den Onlinehandel vermuten lässt.

Ein Grund liegt im Alltag der Menschen. Lebensmittelmärkte bringen regelmäßig Besucher in die Center und verankern die Standorte in ihrer Umgebung. Zudem erfüllen moderne Center heute weit mehr als eine reine Einkaufsfunktion. Weitere Anreize schaffen auch Gastronomie-, Freizeit- und Serviceangebote. Auch das Klima spielt eine Rolle: Wenn draußen im Sommer Temperaturen von weit über 30 Grad herrschen, wird ein klimatisiertes Einkaufszentrum schnell zur willkommenen Abkühlung.

Erfolgreiche Center sind deshalb längst mehr als Ansammlungen von Ladenflächen. Sie funktionieren als Orte, an denen Menschen einkaufen, essen und viel Zeit verbringen. Für Eigentümer bedeutet das: Der Mietermix muss zum Standort passen und sich mit den Bedürfnissen der Besucher weiterentwickeln.

Wenn Nutzungen zusammenrücken

Daneben ist das Segment der gemischt genutzten Immobilien interessant. Büro, Wohnen oder Einzelhandel werden dort nicht mehr voneinander getrennt betrachtet. Gerade in den dynamischen Metropolregionen der Iberischen Halbinsel werden solche Konzepte zunehmend wichtiger, da sie unterschiedliche Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedürfnisse an einem Standort miteinander verknüpfen und damit der steigenden Nachfrage nach vielseitigen urbanen Standorten Rechnung tragen.

Die öffentlich zugängliche Dachterrasse des IDB Lissabon verbindet Arbeitsort und Freizeitnutzung.

Die öffentlich zugängliche Dachterrasse des IDB Lissabon verbindet Arbeitsort und Freizeitnutzung.